Simon Ertler Photography

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Simon Ertler

«ES IST SCHÖN, DEN MOMENT MIT DER KAMERA FESTZUHALTEN»

Er hat schon Partyfotos gemacht, bevor er überhaupt richtig ausgehen durfte. Sein Sackgeld investierte er in Fotomaterial. Das Fotografieren zum Beruf zu machen, kommt für Simon Ertler derzeit aber nicht in Frage.Die Fotografie begleitet den 24-jährigen Rheinfelder, so jung er ist, schon seit zehn Jahren. «Als ich 14 Jahre alt war, hat es angefangen. Ich durfte schon ein bisschen ausgehen. Partyfotografie hat mich immer fasziniert. Ich fand es spannend, dass man die Gäste im Ausgang fotografieren und die Bilder später im Internet ansehen konnte», erklärt der Hobby-Fotograf. So hat er sich durch Ferienjobs sowie den Geburtstags- und Weihnachtsbatzen Geld für seine erste Kamera zusammengespart.Schon bald durfte er für tillate, utopia.ch und für die Neue Fricktaler Zeitung (Rubrik Partysafari) Partybilder liefern. «Weil ich die Leute gekannt habe, erhielt ich trotzdem Zugang, auch wenn die Altersbegrenzung der Clubs bei 16 oder 18 Jahren lag.» Sein Lohn bestand in den Anfangszeiten aus einem Gratiseintritt und einem Getränk.

Burger-Wettessen verhalf zu Aufträgen von «20 Minuten»

Im August 2008 wurde im Fast-Food-Restaurant McDonalds in Basel ein Burger-Wettessen durchgeführt. Simon Ertler war mit seiner Kamera an vorderster Front mit dabei und schickte die Bilder an das Newsportal «20 Minuten». «Ich hatte keine grossen Erwartungen.» Umso grösser war seine Freude, als ihm «20 Minuten» fünf Bilder für die Online-Publikation abkaufte. So startete er seine Karriere als freischaffender Fotograf. Später konzentrierte er sich auf Fotos von Tagesnews und lieferte Bilder für newspictures.ch, welche diese an die Zeitungen weiterverkauften. Bei Demonstrationen, Unfällen, Bränden, Tötungsdelikten oder auch bei Messeeröffnungen war Simon Ertler so schnell wie möglich vor Ort, um die besten Bilder zu schiessen. Teilweise kam es da auch zu brenzligen Situationen. «Wenn man als Fotograf plötzlich im Sandwich zwischen den Demonstranten, die mit Steinen werfen, und der Polizei, die Gummischrot einsetzt, steht, ist es nicht mehr so lustig.»

Mehr planbare Aufträge

Heute konzentriert sich Simon Ertler vermehrt auf Aufträge von Firmen oder Privaten für Hochzeiten oder Familienfeiern. «Das ist viel planbarer als die Newsfotografie und findet oftmals an den Wochenenden statt», begründet er. Durch seinen Job, er ist in der Firma auch Berufsbildner für zehn Lehrlinge, ist er heute weniger flexibel als früher.Klar ist für ihn, dass er das Fotografieren nicht zu seinem Beruf machen will, sondern dass es immer sein Hobby bleiben soll. «Ich habe Angst, dass ich die Freude verliere, wenn ich es beruflich mache», erklärt Simon Ertler, der als Lebensmitteltechnologe in der Qualitätssicherung tätig ist.Was fasziniert ihn überhaupt an der Fotografie? «Es ist schön, den Moment mit der Kamera festzuhalten und in zehn Jahren, wenn man die Bilder wieder anschaut, zu sagen ‹Weisch no?›. Zudem ist es eine gute Gelegenheit mit vielen interessanten Menschen, Orten und Themen in Kontakt zu kommen.»

Text: Janine Tschopp, 2xRheinfelden, April 2017

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Thema von Anders Norén